Die heutige Nacht wird im Gästehaus am Shri Shri Hayagriv Madhav Mandir, dem wie ich glaube größten Tempel hier in der Gegend, in Hajo verbracht. Ich finde es immer wieder wunderbar, ab und an meinen eigenen Raum zu haben, sei es in meinem Zelt oder in einem Haus.

Der Tag heute war anstrengend, aber schön. Ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr man sich über ein Stück Butter und Toast freuen kann! 🙂

Fotos von dem Tempel kommen morgen, heute bin ich zu müde, um noch großartig was zu machen.

Gestern ging ich zum Decathlon, bzw. die meiste Strecke fuhr ich auf einem Motorrad mit. Ich dachte, dort meine sehnlichst herbei gewünschten Gaskartuschen zu finden. Aber Fehlanzeige, es gab keine. Was ich recht erstaunlich fand war, dass die generell relativ wenige Utensilien für’s Camping hatten.

Anschließend lief ich auf der Suche nach einer Toilette zoelstrebig einem Hotel entgegen. Auf halbem Wege wurde mir aber gesagt, dass die nächste Tankstelle auch eine habe. Also dorthin. Anschließend machte ich dort meine Mittagspause und wie es der Zufall so wollte, traf ich erst auf einen Radfahrer, ein ehemaliger Marinesoldat, und anschließend auf Anwohner, welche mir später anboten bei ihnen zu Übernachten. Also bin ich nach einer langen Pause und Wäsche waschen abends zu denen. Zum Abendessen gab es dieses Mal Nudeln. 😊

Hier auch mal ein ganz dickes Dankeschön an alle Menschen, die mir bisher geholfen haben, bzw. dies auch in Zukunft tun!

Gestern bin ich rund neun Kilometer gewandert. Und ich muss sagen, dass ich es absolut nicht mag, durch eine Großstadt zu laufen. Da sind mir viel zu viele Menschen. Dazu kommt, dass hier super viel Müll neben der Straße liegt. Ich werde die nächsten Tage mal versuchen, daran zu denken, Fotos davon zu machen.

Aber ich mache weiterhin nette Bekanntschaften. So wurde ich gegen Mittag z. B. zum Essen eingeladen und durfte auf dem Weg zum ca. 22 Kilometer entfernten Decathlon bei jemandem übernachten. 🙂

Ich vergaß, die beiden habe ich ja auch noch. Es sind Geschenke von einem Besucher (dem Autor selbst) und den Mitarbeitern des Krankenhauses in Hojai.

Ich habe heute nicht viel gemacht. Habe im Bett gelegen, Videos geschaut, meinen Rucksack neu gepackt, bin meine Route durch Nepal nochmal durchgegangen und habe an meinem Buch weiter geschrieben. Also nichts besonderes. Morgen wird es wohl in Richtung Siliguri gehen, übermorgen oder so werde ich an dem Decathlonshop vorbei kommen und hoffentlich mein Kochgas mit dem passenden Schraubverschluss für meinen Kochaufsetzer an der Kartusche bekommen. 😏😳

Ich habe heute auf Facebook einen ganz guten Artikel über Flugzeuge und deren CO2 Ausstoß gelesen. Da fiel mir wieder ein, wie häufig ich gefragt werde, warum ich den nicht mit dem Bus fahre, den Zug oder sogar das Flugzeug nehme. Ich gebe ja zu, ab und an mit dem Auto zu fahren. Und ich bin in der Vergangenheit auch viel geflogen und mit Bussen und Zügen gefahren. Aber auf Busse, Züge und Flugzeuge habe ich zur Zeit keine Lust. Und Geld spenden für etwas, dass die Welt kaputt macht möchte ich zur Zeit auch nur ungern.

Gestern bin ich in Guwahati angekommen, habe mir im Supermarkt eine neue Zahnbürste gekauft, meine beiden alten sind nicht mehr zu gebrauchen, und bin abends bei einer netten Familie untergekommen. Man bot mir an, bei den beiden Jungs mit im Bett zu schlafen. Weil ich mich gegenüber den beiden aber schlecht fühlte im Hinblick darauf, dass ich mein Bett zuhause auch nie gerne geteilt habe, tauschte ich das Bett irgendwann gegen meine Isomatte und meinen Schlafsack.

Der Tag gestern war nicht so schön. Erstmal war die Landschaft nicht schön, dann ist hinter mir ein Rollerfahrer mit seiner Beifahrerin noch im Fall in die Leitplanke gerutscht und später bin ich einem Mann ohne Beine begegnet, der auf seinen Händen über den Bürgersteig lief. Den beiden mit dem Roller ist augenscheinlich nicht viel passiert. Trotzdem bitte ich alle Roller-und Motorradfahrer darum, langsam in die Kurven zu fahren!

Ich habe heute endlich mal daran gedacht, mein Essen zu fotografieren. Hier ist Reis mit Fisch in scharfer Soße und Dill. Dazu soetwas wie Brot. Abgesehen davon, dass ich nicht scharf essen kann, schmeckte es gut. Und ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr ich mich jeden Tag auf das Essen freue! 😊

Nun liege ich in meinem Bett, beobachte ein leuchtendes Insekt und gucke Videos. Campen wollte ich heute nicht, da ich keinen guten Platz fand, an welchem ich mich sicher fühlte.

Ich bin gestern etwa 10 Kilometer gelaufen, wollte eigentlich campen, aber in einer Stadt geht das leider schlecht. Also übernachtete ich wieder bei einer Familie.

Man kann meine Art des Reisens als unsozial ansehen. Ich zahle selten was für ein Hotel, ebenso für Essen und Wasser. Häufig bekomme ich das alles geschenkt. Und oben drauf noch die vielen Gamusa und einmal sogar zwei kleine traditionelle Handtaschen.

Auf der anderen Seite möchte ich behaupten, lerne ich die Menschen und ihre Kultur, ihr Land wesentlich besser kennen, als jemand der mit Bus und Bahn oder dem Flugzeug reist und in 5 – Sterne Hotels übernachtet. Ich kann Menschen, welche ein paar wenige Wochen mit dem Flieger über ein Land reisen, in Luxushotels übernachten und dann behaupten, sie würden das Land nun kennen, tatsächlich auch nicht leiden! Denn jedes Land hat auch eine Seite abseits des Tourismus!

Auf dem Foto sehr ihr mich müde aber glücklich auf meinem heutigen Schlafplatz sitzen.

Ich bin ca. acht Kilometer gewandert, habe nun noch sechsundfünfzig Kilometer bis zu meinem nächsten Ziel nahe Guwahati.

Heute durfte ich eine Pasteurisierungs-und Verpackungsanlage für Milchprodukte 🐄🥛 besichtigen. Natürlich habe ich aber nicht daran gedacht, Fotos zu machen. 😞 Die Anlage wurde, ohne die finanzielle Hilfe der Regierung, von den Farmern der umliegenden Farmen aufgebaut und damals wie heute von ihnen betrieben. Angefangen haben das 1956 siebzehn Farmer, mittlerweile gibt es rund 1100 in der Community.

Und ich muss sagen, dass ich echt glücklich wäre, würde in Deutschland jedes Tier so leben, wie hier auf dem Land! Ich hoffe, dass sich dahin gehend etwas ändert, auch, wenn es wohl noch sehr lange dauern wird.

Hier graaßt eine Kuh auf einem Rastplatz neben dem Highway. In Deutschland ein ungewohntes Bild, hier ein ganz normales.

Ich bin gestern rund fünf Kilometer gelaufen. Eigentlich wollte ich eine Abkürzung abseits des Highways laufen, bin aber nach der Durchquerung des ersten Dorfes auf den Highway zurück gekehrt, da mir einige Menschen in dem Dorf sehr suspekt waren.

Zum Abend hin versuchte ich einen Platz zum Campen zu finden und wurde noch auf dem Weg in den Wald von den Dorfbewohnern zum Umkehren aufgefordert. Dort seien Elefanten, hieß es. Also übernachtete ich bei einer kleinen Familie.

Mein Tag gestern endete auf der Polizeistation. Aber dazu später mehr!

Viel gewandert war ich aufgrund des mittlerweile wieder viel zu schweren Rucksackes nicht. Ich bekomme häufig so viele Geschenke, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich die alle tragen soll.

Nachdem ich eine kurze Pause an einem der vielen Kokosnussstände gemacht und mitten auf dem Highway der Presse ein kleines, aber feines Interview gegeben hatte (es war mein erstes Interview überhaupt 😊), endete ich an einem der vielen Snackstände entlang der Straße. Wir tranken gemeinsam Tee und aßen Kekse, der Mann lud mich ein, bei seiner Familie zu übernachten. Als später aber die Frau etwas von 8000 Rupien sagte und ich ihr erzählte, ich hätte nur 500, schickte sie mich fort.

An einem Feldweg angekommen und gerade den Versuch gestartet unbemerkt das Feld zu überqueren, um weit hinten auf dem Feld zu campen, wurde ich von einer Gruppe Jugendlicher bemerkt und von deren Angehörigen nach Hause eingeladen. Nach einiger Zeit tauchte dort die Polizei auf. Sie brachten mich zu der örtlichen Station, checkten meinen Reisepass und das Visum, stellten einige Fragen. Mir wurden Tee und Kekse gereicht. Draußen campen ließen sie mich nicht und so wurde ich zu einer der Beamtinnen nach Hause eingeladen. 😊

Heute wurde weiter gewandert, ca. 15 Kilometer bin ich meinem ersten großen Etappenziel Guwahati näher gekommen. Es sind noch 100-120 Kilometer zu bewältigen.

Ich liege in meinem Zelt, höre den Autos, der Musik und den Geräuschen der Natur zu. Eigentlich wollte ich etwas weiter weg von der Straße auf das Feld hinaus, aber ein großer Teil des Feldes steht unter Wasser. Anfangs hatte ich doch etwas Angst mein Zelt hier aufzuschlagen, doch aufgrund dessen, dass hier doch recht reger Verkehr herrscht und viele Anwohner in der Nähe sind hatte sich die Angst recht schnell gelegt. Zum Abendessen gab es Kekse und eine Mandarine.

Ich werde morgen berichten, wie die Nacht verlief.

Ich habe heute einen Pausentag eingelegt und werde morgen weiter wandern.

Wir haben nicht viel gemacht. Wir sind durch das Dorf gelaufen, haben gegessen, waren mit unseren Handys beschäftigt oder hatten Besuch. Außerdem kam eine der Krankenschwestern von gestern zu besuch. 🙂

Also nichts besonderes.

Ich bin heute wieder aus dem Krankenhaus in Nagaon entlassen worden. Blut-, Stuhl- und Urinproben hielt man nicht für notwendig, da der Durchfall ja besser geworden sei. Dass der Durchfall weg geht, sobald ich Medikamente nehme und wiederkommt, sobald ich die Medikamente absetze und deren Wirkungen nachlassen hatte ich den Ärzten zwar gesagt, es schien sie aber nicht zu interessieren, bzw. bekam ich auf meine Frage, ob denn noch ein Bluttest gemacht wird die Antwort, dass der ja nicht notwendig sei, da der Durchfall ja nicht mehr da sei. Immerhin haben sie mir aber ein paar Medikamente für die nächsten Tage mitgegeben.

Generell war ich sehr erschrocken über einige Situationen dort. Ich meine, dafür dass die Polizei mit mehreren Gefangenen dort am Empfang stand und einer von denen mich die Hälfte der Zeit musterte, kann das Krankenhauspersonal ja nichts! Aber direkt neben dem Eingangsbereich lag jemand auf einem Bett und schien zu krampfen. So sah es jedenfalls für mich aus! Von dem Personal hatte sich aber die ganze Zeit, die ich mich dort aufhielt, niemand um diesen Mann gekümmert, trotz dessen, dass sich einige von denen im gleichen Raum aufhielten und es so schien, als würden sie nichts anderes tun, als herum zu sitzen und sich zu unterhalten.

Im Gegensatz dazu waren alle lieb und nett zu mir, ich durfte ein Zimmer mit sechs Betten alleine beziehen, bekam vier Polizisten und Polizistinnen zu meinem Schutz zur Seite gestellt und eine nette Frau von außerhalb kümmerte sich am Tage um meine Belange! Es wurden außerdem nette Gespräche geführt, Fotos gemacht, viele Fragen gestellt und ich erzählte von meinen Plänen, merkte aber wieder schnell, dass viele Menschen besorgter um mich sind, als ich es um mich selbst bin.

Aber als ich zu Ohren bekam, dass andere Patienten nicht in meinem Zimmer untergebracht werden durften (alle anderen Betten in dem Krankenhaus waren wohl belegt) fühlte ich mich extrem schlecht, hatte dies ja zur Folge, dass die Menschen nach Hause geschickt wurden bzw. auf dem Flur schlafen mussten.

Nun bin ich bei einer Freundin, es ist 23:35, es hört sich an, als würde der Himmel alle seine Wannen entleeren und ich werde morgen mal schauen, ob ich noch ein paar Tage Pause mache oder nach Guwahati starte, es sind ja nur noch 140 Kilometer!

Ich muss Hindi lernen! Dann wird mir die Kommunikation um einiges leichter fallen und es würde nicht so viele Missverständnisse geben. Allerdings muss ich lobend dazu sagen, dass hier auch viele Menschen englisch sprechen! Viele Kinder und Jugendliche sprechen in ihren Schulen viel, manche sogar fast ausschließlich englisch. Und ich finde, daran sollten sich deutsche Schulen ein Beispiel nehmen.

Da meine Darmprobleme ja nicht aufhören, fahre ich heute in ein größeres Krankenhaus, um mich einmal komplett durchchecken zu lassen. Es ist sehr schlecht, dass der Durchfall wiederkommt, sobald die Wirkung der Medikamente nachlässt! Dafür muss es einen Grund geben. Und weder kann ich mit dem zu hohen Flüssigkeitsverlust wandern, noch möchte ich für die nächsten Monate jeden Tag Medikamente nehmen, um den Flüssigkeitsverlust zu verhindern, um dann wandern gehen zu können. Also lautet meine derzeitige Devise: erst Gesundheit, dann wandern!

Der Tag fing an, wie fast jeder andere. Ich wachte zwischen neun und halb zehn auf, frühstückte und war mit meinem Handy beschäftigt. Ich dachte ja, immer auf dem neuesten Stand der Besucherzahlen meines Blogs und der Likes auf Instagram sein zu müssen. Es war also ansich nichts anders, als die letzten Tage. Bis zum Abend, als Mimi mir einen Brief gab, in welchem sie beschrieb, wie wir uns kennen lernten oder viel mehr, wie sie mich erlebte, als wir uns im Krankenhaus das erste Mal begegneten.

Mimi ist ein 14- jähriges Mädchen, sie geht ganz normal zur Schule, tanzt gerne und malt Hennas. Sie wohnt mit ihren Eltern in der Nähe des Krankenhaus, in welchem ich behandelt wurde. Ihr Vater ist ein Arzt mit leitender Funktion oder ähnlichem in dem KH. Zusätzlich hat die Familie mit Geschäftspartnern ja noch ein eigenes KH, über welches ich gestern schon berichtete.

Sie beschrieb mich als ängstlich, umgeben von vielen Anwohnern und wie sie vorsichtig anfing mir Fragen zu stellen und ich leise antwortete.

Ich war und bin auch immer noch so gerührt von dem Brief, dass ich nicht weiß, was ich sagen soll. Sie hat es genau auf den Punkt getroffen. Ich lag da im Bett, es waren viele Besucher dort. Auf der einen Seite war es schön, auf der anderen Seite war ich überfordert mit der gesamten Situation. Dazu kommt, dass ich von Natur aus meistens nicht laut spreche und wenn ich überfordert oder unsicher bin, werde ich noch leiser. Allerdings traue ich mich häufig nicht zu sagen, dass ich unsicher bin. Dass versuche ich ab und an zu lernen, muss aber noch wesentlich besser werden.