Ich bin heute wieder aus dem Krankenhaus in Nagaon entlassen worden. Blut-, Stuhl- und Urinproben hielt man nicht für notwendig, da der Durchfall ja besser geworden sei. Dass der Durchfall weg geht, sobald ich Medikamente nehme und wiederkommt, sobald ich die Medikamente absetze und deren Wirkungen nachlassen hatte ich den Ärzten zwar gesagt, es schien sie aber nicht zu interessieren, bzw. bekam ich auf meine Frage, ob denn noch ein Bluttest gemacht wird die Antwort, dass der ja nicht notwendig sei, da der Durchfall ja nicht mehr da sei. Immerhin haben sie mir aber ein paar Medikamente für die nächsten Tage mitgegeben.

Generell war ich sehr erschrocken über einige Situationen dort. Ich meine, dafür dass die Polizei mit mehreren Gefangenen dort am Empfang stand und einer von denen mich die Hälfte der Zeit musterte, kann das Krankenhauspersonal ja nichts! Aber direkt neben dem Eingangsbereich lag jemand auf einem Bett und schien zu krampfen. So sah es jedenfalls für mich aus! Von dem Personal hatte sich aber die ganze Zeit, die ich mich dort aufhielt, niemand um diesen Mann gekümmert, trotz dessen, dass sich einige von denen im gleichen Raum aufhielten und es so schien, als würden sie nichts anderes tun, als herum zu sitzen und sich zu unterhalten.

Im Gegensatz dazu waren alle lieb und nett zu mir, ich durfte ein Zimmer mit sechs Betten alleine beziehen, bekam vier Polizisten und Polizistinnen zu meinem Schutz zur Seite gestellt und eine nette Frau von außerhalb kümmerte sich am Tage um meine Belange! Es wurden außerdem nette Gespräche geführt, Fotos gemacht, viele Fragen gestellt und ich erzählte von meinen Plänen, merkte aber wieder schnell, dass viele Menschen besorgter um mich sind, als ich es um mich selbst bin.

Aber als ich zu Ohren bekam, dass andere Patienten nicht in meinem Zimmer untergebracht werden durften (alle anderen Betten in dem Krankenhaus waren wohl belegt) fühlte ich mich extrem schlecht, hatte dies ja zur Folge, dass die Menschen nach Hause geschickt wurden bzw. auf dem Flur schlafen mussten.

Nun bin ich bei einer Freundin, es ist 23:35, es hört sich an, als würde der Himmel alle seine Wannen entleeren und ich werde morgen mal schauen, ob ich noch ein paar Tage Pause mache oder nach Guwahati starte, es sind ja nur noch 140 Kilometer!

3 thoughts on “

  1. Ich hoffe, Dir geht es dann auch wieder nachhaltig besser. – Die Situationen im Krankenhaus klingen kraß – aber anscheiennd wußten sie dort, warum sie Dir Bewachung zukommen gelassen haben… Paß auf Dich auf!

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  2. Liebe Laura Sophie
    Ich lebe bereits 10 Jahre in Indien. Ganz ehrlich gesagt, finde ich deine Pläne auch sehr besorgniserregend. Du solltest die Bedenken der Menschen vor Ort durchaus ernst nehmen. Sie kennen die Situation besser als du. Als junge Frau in Indien per Anhalter zu fahren, in einsamen Gegenden alleine unterwegs zu sein und im Freien zu übernachten, kann in Indien sehr schnell gefährlich werden. Deine geschilderte Fahrt per Anhalter hätte ganz anders ausgehen können. Überlege dir doch, ob du dies wirklich wandernd durchziehen willst. Auch ich verfolge eine Reise mit Sorge. LG Irène

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