cropped-img_1759.jpgNachdem ich zwei Nächte in Singapur verbracht hatte, flog ich nach Jakarta. Vom Flughafen ging es mit dem Taxi zum Hostel, wo ich mich für drei Nächte einquartierte. Auf der Fahrt zum Hostel hatte ich natürlich gleich meinen ersten Unfall. Auf der Suche nach einem ATM wurde das Taxi von einem anderen Auto touchiert. Mein Fahrer stieg aus, begutachtete den Schaden, stieg wieder ein und fuhr weiter. Nach langer Suche fanden wir einen ATM, welcher meine Karte akzeptierte. Dort hob ich meine ersten Rupiah ab. Danach ging es ins Hostel. Dort angekommen, eingecheckt und Sachen verstaut ging ich auf Nahrungssuche, da ich tierischen Hunger hatte. Und tatsächlich fand ich viele kleine, aber feine Stände, an denen die verschiedensten Kulinaritäten angeboten wurden. Ich blieb an einem Stand hängen, an welchem ich gleich eine Flasche Wasser, einen nach Caramel schmeckenden Kaffee und Süßes angeboten bekam. Nach langen Unterhaltungen per Zeichensprache führte mich der Standbesitzer in ein nahegelegenes Restaurant aus. Dort bekam ich Reis mit gebratenem Ei, scharfen Bohnen und Hähnchen. Mein seit langem bestes Essen!

Zurück im Hostel  lernte ich Ahmed kennen. Ein gross gewachsener Kerl, seit sieben Jahren auf Reisen. Ich finde ihn süß und bewundere ihn gleichzeitig. Wir verbrachten die nächsten drei Abende gemeinsam mit den Anderen vor dem Fernseher und schauen Actionfilme.

Nach drei Tagen fuhr ich nach Kotabumi, einer kleinen Stadt auf Sumatra. Nach ca. 17 Stunden Fahrt mit dem Bus nach Cilegon, von dort mit der Faehre nach Menara Siger und von dort wieder mit dem Bus kamen wir in Kotabumi an. Man muss dazu sagen: ich war in dem Bus und auf der Fähre die einzige Ausländerin. Aber es gesellten sich schnell Einheimische zu mir. Es wurden Fotos geschossen, Musik gespielt, gegessen, getrunken, viel geredet und gelacht.

Auf der Weiterreise mit dem Bus hielten wir an einer kleinen Raststätte, der Fahrer ließ uns raus und fuhr davon. Was ich aufgrund meiner schlechten indonesisch-Kenntnisse nicht wusste war, dass der Busfahrer nur eben die defekte Klimaanlage reparieren lassen wollte und deswegen in eine Werkstatt fuhr. Nach etwa zwei Stunden Wartezeit ging die Fahrt weiter. Doch kurz vor meinem Ziel wurde ich jäh aus meinem Daemmerschlaf gerissen, als es auf einmal knallte. Der Bus hielt an und der Fahrer stieg aus. Ich nutzte die Gunst der Stunde und suchte mir eine Toilette, welche ich bei einem Imbiss gegenüber fand. Nach unserer Zwangspause und weitere zwei bis drei Stunden Fahrt kamen wir um etwa fünf Uhr morgens in Kotabumi an. Da ich dachte, in der Nähe der Station eine Schlafmöglichkeit in Form von Hostels oder Hotels zu finden, suchte ich mir vorher nichts im Internet heraus. Doch ich hatte wohl falsch gedacht, es gab nämlich nichts dergleichen in erreichbarer Nähe. So schlief ich bei Laura, einem jungen Mädel aus dem Ort. Sie bot mir ihr Bett an und gab mir später auch Nudeln zu essen. Ein paar Stunden später versuchte ich mein Glück mit trampen. Doch es scheiterte schon auf dem Fußmarsch, welcher mich aus der Stadt bringen sollte, als ich nach dem Weg fragte. Nach langer Diskussion ich solle doch mit dem Zug, dem Bus oder dem Flieger weiter, rief jemand bei der Einwanderungsbehörde an, welche einen Mitarbeiter schickte mich zu deren Büro zu bringen. Dort angekommen wurde mein Reisepass unter die Lupe genommen. Als klar war, dass ich mich legal im Land aufhalte und auch nichts Verbotenes getan hatte, buchten wir nun doch ein Zugticket nach Palembang. Der Zug ging um 22:50, es war aber erst 15:00 Uhr. Also brachte mich einer der Officer zu sich nach Hause, wo ich mich die Zeit über bei seiner Familie (Mutter, Vater und sein jüngerer Bruder) aufhalten durfte. Abends gab es, da hier gerade der Ramadan ist, ein Festmal mit Reis, viel leckerem Gemüse, Fisch und einigen Soßen. Außerdem gab es einen leckeren Saft dazu. Ich hätte mir mal die Rezepte für das Gericht und den Saft aufschreiben müssen, denn sie waren sehr lecker.

Nach dem Essen fuhren wir durch die Stadt und er zeigte mir die Aufenthaltsplätze der Einheimischen. Eine sehr schöne Stadt eigentlich, aber nichts für mich, da ich doch eher auf der Suche nach ruhigeren Plätzen bin.

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