So, dachte ich mir, jetzt machst es einfach. Was du schon lange am überlegen und doch immer am zweifeln warst: durch Australiens Busch wandern. Nur mit einem Zelt, Campingkocher (kam später dazu), Geschirr, Wasserflaschen, Zahnbürste, Zahnpasta, Handy, Ladegerät, Laptop, Toilettenpapier und ein paar Klamotten. Ach und eine Wanderkarte samt Kompass durfte auch nicht fehlen, wollte ich doch auf dem richtigen Weg bleiben und mich auch bloß nicht verlaufen, hört man doch immer Horrorgeschichten von wegen jemand hätte sich im Busch verlaufen und sei gestorben. So schlimm ist es gar nicht, denn auch in Australien gibt es Flüsse und Seen, Straßen mitten durch den Busch und nette kleine, etwas abgelegene Orte mit Einkaufsmöglichkeiten. Das einzig wirklich Gefährliche sind die Wildfeuer und die Tigersnakes.

Ich startete meinen Trip am zweiten März in der Nähe Manjimups. Die ersten beiden Nächte verbrachte ich im Zelt mitten im Wald, die Folgenden in den Camp Sites entlang des Weges. Camp Sites sind kleine, aber feine Häuschen mit Betten, einer Toilette und einem Wassertank. Außerdem gibt es eine Feuerstelle und Tische mit Sitzgelegenheiten. Entgegen meiner Hoffnung durfte wegen des heißen Wetters aber kein Lagerfeuer gemacht werden, weswegen ich die ersten zwei Wochen nicht kochen konnte. Zuerst führte mich mein Weg in das Donnelly River Village, wo ich das erste Mal freilebende Emus sehen durfte. Eines kam auch gleich an und versuchte mein frisch gekauftes und noch eingepacktes Brot zu fressen. Anschließend ging es an zahlreichen Kängurus vorbei zu meiner ersten Camp Site. Dort angekommen lernte ich fünf andere Wanderer kennen. Wir alle übernachteten dort bevor es für mich die nächsten Tage weiter Richtung Balingup ging. In Balingup verbrachte ich zwei Nächte um mich etwas auszuruhen und zog dann weiter Richtung Collie. In Collie angekommen führte mich mein erster Weg in den Outdoorshop, einen Campingkocher kaufen. Danach ging es ins Hotel für eine Nacht und dann weiter gen Norden. Auf meinem weiteren Weg traf ich auf Lizards, Emus und Kängurus. Eine Woche bevor ich eigentlich in Perth ankommen wollte entschloss ich mich, wegen der nächtlichen Kälte und meines zu dünnen Schlafsacks die Wanderung abzubrechen und vom Roadhouse in North Bannister den Bus nach Perth zu nehmen. Ihr mögt es vielleicht nicht glauben, aber ich habe trotz Schlafsack, Inlett und Klamotten die halbe Nacht wach gelegen und gefroren.

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